Straßenreinigung im Duo – Eine Kooperation der Stadtwerke und der Städtischen Betriebe

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„Am Samstag wird die Gass gekehrt.“

Was in ländlichen Gebieten eventuell noch seine Berechtigung hat, geht im urbanen Rhythmus einer Metropolregion mehr und mehr verloren. Aber auch die Kreisstadt Dietzenbach kann ihre Flächen nur sauber halten, wenn alle mit anpacken. Die Bürger, die vor der eigenen Haustür kehren. Und das Team der Stadtreinigung der Städtischen Betriebe, das dort für Ordnung sorgt, wo es nicht zumutbar oder mit einer haushaltsmäßigen Ausstattung gar nicht möglich ist.

Wie es die Straßenreinigungssatzung vorsieht, haben Eigentümer und Besitzer von bebauten oder unbebauten Grundstücken die Pflicht zur Reinigung auch um das Haus oder das Grundstück herum. Und zwar bis zur Mitte der Straße, an Gehwegen und Überwegen, auf Fahrbahnen und Grünstreifen, an Böschungen und Baumscheiben und auf Garagenplätzen. Immer am Tag vor einem Sonn- oder Feiertag. Ein der Satzung anhängendes Straßenverzeichnis legt fest, wo die Stadt diese Verpflichtung übernimmt und wo Besen und Schaufel selbst zu schwingen sind. Führt die Stadt die allgemeine Straßenreinigung durch, fallen Gebühren an.

Dreck gibt es genug: Staub oder Reifenabrieb, dazu in die Gegend geschmissener Hausmüll. „Wir haben nach vielerlei Erfahrungen der letzten Jahre inzwischen eine ganz gute Methode zur Beseitigung gefunden“, sagt Bernd Gerhardt, Bereichsleiter für den technischen Betrieb der Städtischen Betriebe und Abteilungsleiter bei den Stadtwerken. Ganz nach dem Prinzip: „Klein, aber groß in der Wirkung“. Dort, wo früher der Straßenfeger eine rollbare Mülltonne hinter sich herzog, gehören heute drei Kleinkehrmaschinen und zwei Kleinfahrzeuge zur Standardausrüstung. Hinzugekommen ist kürzlich auch ein E-Fahrzeug, ein sogenannter StreetScooter. „Dass wir mittlerweile auf kleinere Fahrzeuge setzen, hat uns der Alltag gelehrt“, so der Bereichsleiter. Vor allem die Versuche mit den großen Standard-Kehrmaschinen hätten gezeigt, dass sie im Stadtbetrieb nicht unbedingt das beste Ergebnis bringen. „Viele Straßen sind zugeparkt, so dass die großen Maschinen drumherum fahren müssen, da helfen auch temporäre Halteverbote nicht“, weiß Gerhardt. Zudem könnten sich die kleinen Autos an mancher engen Stelle besser bewegen.
Also funktioniert die Straßenreinigung nun im ausgetüfftelten Duo: Einer geht mit einem Laubbläser voran und bläst den Schmutz unter den Autos und aus der Rinne hervor. Ihm folgt sogleich der Fahrer mit einer Mini-Kehrmaschine, die allen Unrat aufnimmt. „Das klappt“, freut sich Gerhardt. Ein bisschen Handarbeit sei natürlich immer dabei. „Besen und Schaufel sind unverzichtbar.“ Dabei folgt der Straßenputz grundsätzlich einem festen Rhythmus. Einmal in der Woche wird abwechselnd in den Ecken und Rinnen gefegt. Dass es eine Sisyphusarbeit ist, mit der beständig von Neuem begonnen werden muss, macht dem Team wenig aus. „Es ist doch schön, wenn erst mal alles sauber ist“, stellt Bernd Gerhardt fest.

Achtung: Zur verpflichtenden Straßenreinigung gehört immer auch der Winterdienst!

Straßenreinigung früher …
… war reine Handarbeit, Kehrmaschinen gibt es erst seit dem 19. Jahrhundert. In dem ehemaligen Dörfchen Dietzenbach wurde die öffentliche Straßenreinigung im Jahr 1968 eingeführt, bis dahin waren alleine die Bürger für die Sauberkeit im Ort verantwortlich. Ende Dezember flatterten die ersten Gebührenbescheide ins Haus. Jährlich waren pro Meter Straßenfront 75 Pfennige zu entrichten. Vor allem in der Anfangszeit kam es zu Schwierigkeiten, wie die „Gemeinde-Post“ mehrfach berichtete. Nicht nur in der Abrechnung. Auch eine „muckende Straßenkehrmaschine“ hinterließ dreckige Gassen und Wege.

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