Fragen an Chris Löffler

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Leiter der Organisation und Verwaltung der SG Dietzenbach

Christian Löffler ist Geschäftsstellenleiter der Sportgemeinschaft Dietzenbach 1945 e.V. (SG) und damit eines der größten Vereine in der Kreisstadt. Der 39-Jährige ist ein leidenschaft-
licher Sportler, der vor allem dem Laufen verbunden ist. Im Interview mit dem Dietzenbach Magazin erzählt er von den Anforderungen, die ein Sportverein heute bewältigen muss.

Welche Sportart fällt Ihnen persönlich am schwersten?
Alle Kraftsportarten fallen mir vergleichsweise schwer, bereiten mir aber nicht weniger Freude. Das Erfolgserlebnis ist da umso schneller erreicht.

In Ihrem Arbeitsalltag nimmt die Verwaltung großen Raum ein. Wo finden Sie Nischen, sich zu bewegen?
Mein Arbeitgeber ermöglicht es mir, die Zeit ziemlich frei einzuteilen. So kann ich entweder vor, während oder nach der Arbeit Sport treiben. Das gelingt mir auch fast täglich. Manchmal sind es nur Stabilisationsübungen oder ein Spaziergang, aber man kann ja nicht immer an die Grenze gehen. Dranbleiben ist am Wichtigsten.

Die Erwartungen an Sportvereine haben sich geändert. Was muss ein moderner Verein tun, wenn er über-
leben will?
Wir müssen die Dietzenbacher Familien von unserem hochwertigen Angebot überzeugen und uns als sozial orientierten Sportdienstleister begreifen. Sportlicher Erfolg und Gemeinschaftsgefühl entstehen so von ganz allein.

Die SG verfolgt Innovationen sehr stark. Gibt es neue Projekte, mit denen der Verein punkten will?
Aktuell legen wir den Fokus auf Qualifizierung unseres Personals, was über den rein sportfachlichen Aspekt hinausgeht. Themen wie Kindeswohl, Konfliktlösungsstrategien, Identifikation stehen an. Hierfür erarbeiten wir ein Leitbild, das uns als SG-Team Orientierung gibt.

Ist es schwierig, Trainer zu bekommen?
Eigentlich nicht, aber das ist abhängig von der Sportart. Im Bereich Fitness und Gesundheit gibt es viele Trainer auf dem Markt. Die bewerben sich bei uns, weil sie wissen, dass wir ein gut organisierter und fairer Auftraggeber sind. Es gibt aber auch Sportarten, bei denen es schwieriger ist, bezahlbare Trainer zu finden.

Ihr Verein steht beispielhaft für soziale Projekte, etwa mit dem mehrfach ausgezeichneten Boxprojekt, das Sozialarbeit und Sport verbindet. Kommt der Sport da an seine Grenzen?
Die Grenzen setzt der Sport sich selbst, wenn er nur auf Leistung, Wettkampf oder Spaß ausgelegt ist. Den sozialen Nutzen muss man als Sportverein auch anbieten wollen. Wir sehen das als eine unserer Aufgaben, dieses Feld zu bedienen. Dietzenbach ist jung und teilweise von sozialer Benachteiligung betroffen. Da setzen wir mit unserem Verständnis von Vereinsarbeit an, was sich im gesamten Verein bemerkbar macht.

Die SG kooperiert erfolgreich mit der TG Dietzenbach. Nun wollen beide Sportvereine weiter zusammen-
rücken. Wird das funktionieren?
Ich denke nicht, dass es ein handwerkliches Problem gibt, wenn der Entschluss gefasst ist. Beide Vereine können davon profitieren, weil die Arbeit nicht im gleichen Maße wie die Mitgliederzahl wächst. Der Vorteil liegt auf der Hand: mehr Angebot für das gleiche Geld. Wir müssen unsere Mitglieder für diesen Weg begeistern und haben an der Stelle noch Hausaufgaben zu erledigen.

Noch länger als mit der TG Dietzenbach arbeitet die SG mit der Stadt Dietzenbach zusammen, zuletzt bei Veranstaltungen im Bürgerhaus. Welche Vorteile entstehen dabei?
Die Aufgabenfelder sind für Kommunen und für Vereine komplexer geworden. Demografischer Wandel, Digitalisierung und Individualisierung sind nur drei der aktuellen Megatrends. Gemeinsam können wir uns auf die veränderten Bedürfnisse einstellen und die Stadt als ein lebenswertes Umfeld gestalten.

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