Gesundheitsprobleme, Zukunfts- und Existenzängste bei pflegenden Angehörigen

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„Ich kann nicht mehr!“ – Wer einen Angehörigen pflegt, hat diesen Satz wohl oft gedacht und selten ausgesprochen. „Viele pflegende Angehörige stoßen an die Grenze ihrer Belastbarkeit. Es ist höchste Zeit, dass sie unterstützt und umfassend beraten werden“, sagt Norbert Sudhoff, Landesgeschäftsführer der BARMER in Hessen. Werden doch über 54 Prozent der Pflegebedürftigen in Hessen durch Angehörige gepflegt – bundesweit der höchste Wert.
Auch im Landkreis Offenbach bilden Familien den größten Pflegedienst. Von den knapp 14.000 Pflegebedürftigen leben mehr als drei Viertel in den eigenen vier Wänden. Sie erfüllen sich damit einen Lebenswunsch: Zuhause alt werden. 57 Prozent der Betroffenen werden durch Angehörige oder gute Freunde betreut.

Angehörige sind ein wichtiger Pfeiler des Pflegesystems
In zwei Drittel aller Fälle übernehmen Frauen im Alter zwischen 50 und 70 Jahren die pflegerische Betreuung. Einige schaffen das neben dem Beruf, rund ein Viertel verkürzt die Arbeitszeit oder gibt sie für die Vollzeitpflege auf. „Die pflegenden Familienmitglieder sind ein wichtiger Pfeiler unseres Pflegesystems. Oft jedoch vergessen sie ihre eigenen Bedürfnisse“, beschreibt Sudhoff die Problemlage. Gilt es doch, im Pflegefall den Alltag neu zu strukturieren. Die Folge: Kaum Ruhephasen, wenig Kontakte und allzu oft Schlafmangel.

Belastung schlägt sich auf die Gesundheit nieder
Die Belastung schlägt sich nicht zuletzt auf die Gesundheit nieder. Pflegende Angehörige sind häufiger krank als andere. Im Kreis Offenbach leiden mehr als die Hälfte (51 Prozent) von ihnen unter Rückenbeschwerden und 33 Prozent unter psychischen Störungen. Nach einer
BARMER Befragung wünschen sich 60 Prozent der pflegenden Angehörigen Unterstützung. Dennoch werden Kurzzeit-, Tagespflege oder Betreuungs- und Haushaltshilfen eher selten in Anspruch genommen. „Fast jede fünfte Hauptpflegeperson hat Zukunfts- und Existenzängste. Deshalb ist es richtig, dass die Bundesregierung die Kurzzeit- und Verhinderungspflege in einem jährlichen Entlastungsbudget zusammenführen will“, sagt der hessische Landesgeschäftsführer.

BARMER Dietzenbach
Babenhäuser Straße 29a
63128 Dietzenbach
Tel. 0800 3331010
www.barmer.de/pflege

Hilfestellung gibt auch der Pflegestützpunkt im Kreis Offenbach
Werner-Hilpert-Straße 1
63128 Dietzenbach
Tel. 06074 818-5321
Mail: pflegestuetzpunkt@kreis-offenbach.de

 

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